Was dein Nachbar angedeutet hat, ist gar nicht so abwegig – tatsächlich sind Spechte mittlerweile keine reinen Waldbewohner mehr. Gerade in urbanen Randlagen picken sie regelmäßig an gedämmten Hausfassaden. Die Struktur eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) ähnelt für sie dem natürlichen Baum – weich genug zum Hacken, aber stabil genug zum Höhlenbau.
Aufschlussreiche Informationen zum Thema findest du im Beitrag von atrium-bauprojekte.de, der Ursachen, Folgen und Lösungen für ein Spechtloch an der Fassade sehr anschaulich zusammenfasst.
Spechte picken meist aus drei Gründen: Nistplatzsuche, Nahrungssuche oder Reviermarkierung durch lautes Trommeln. Besonders kritisch wird es, wenn sie bereits eine Höhle angelegt haben – denn dann ist der Vogel gesetzlich geschützt und darf nicht gestört werden.
Der Schaden ist aber nicht nur optisch ein Problem: Gelangt Feuchtigkeit ins Dämmmaterial, drohen Schimmel, Wärmeverlust und teure Sanierungen. Daher sollte ein Fachbetrieb den Schaden untersuchen und fachgerecht verschließen. Wichtig: Zuvor prüfen lassen, ob sich Tiere darin aufhalten – auch aus rechtlicher Sicht.
Zur Abschreckung haben sich bewegliche Vogelattrappen, reflektierende Folien oder imitierte Spechtgeräusche bewährt. Langfristig ist es sinnvoll, über alternative Fassadenmaterialien wie Gasporenbeton nachzudenken, wenn man Neubau plant – dieser ist spechtsicher.
Und ja, leider übernehmen weder Hausrat- noch Gebäudeversicherung diese Schäden, was viele überrascht. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern, wenn du einen Specht in Aktion entdeckst.